Wissen aus dem Mittelalter


Wissen aus dem Mittelalter

Die herausregende Bedeutung von Heilkräutern in der Medizin der Antike des Mittelalters bis in Zeit der beginnenden pharmazeutischen Industrie ist eine Selbstverständlichkeit, aber wer weiß heute  noch, dass die Darreichungsform damals keineswegs nur der Tee war. In den Apotheken des Mittelalters wurde mit immer ausgefeilteren Methoden destilliert. Der Patient wurde um 1500 in Strassburg mit einer Auswahl von circa 300 verschiedenen Heilkräutern versorgt, die ihm alle als Pflanzenwässer dargeboten wurden.
Warum Pflanzenwässer?
Eine extrem wichtige Frage, die bis jetzt noch nicht klar beantwortet werden kann, denn der Aufwand eine Pflanze zu destillieren war und ist enorm. Warum machte man das? 


Es spielten vielfältige Gründe eine Rolle. Die Extrakte der Heilpflanzen waren zweifelsfrei konzentrierter als der Tee und es kann nicht geleugnet werden, dass durch das Destillieren der Kräuter im Verständnis der damaligen Zeit der Geist der ganzen Pflanze in irgend einer Weise in das Extrakt übergeht.
Auch heute noch umgibt jeden noch so nüchternen Betrachter beim Destillieren ein Hauch von Erhabenen bzw. Geistigen.
Warum ist dieses Wissen in Vergessenheit geraten?
Gleich nach Erfindung des Buchdrucks wurden viele Bücher veröffentlicht, die das Pharmazeutische Wissen der damaligen Zeit festhielten. Deshalb weiß man heute sehr gut Bescheid, was ab 1460 Stand der Dinge war. Man war froh, das umfangreiche Wissen endlich schriftlich fixieren zu können. Deshalb schossen Kräuterbücher wie Pilze aus dem Boden.
Ein Werk hat damals und auch heute noch besonders große Bedeutung erlangt. Das Kleine Destillierbuche von Hieronymus Brunschwig. Er war Chirurg in Strassburg.
Obwohl damals von einem völlig anderem Ursachen und Entstehungsmuster von Krankheiten ausgegangen wurde als heute und auch der Ansatz der Heilung dieser Krankheiten eine ganz andere war als heute, so besteht in der Rückschau mit einem naturwissenschaftlichem Blick eine große Übereinstimmung der Einsatzgebiete der jeweiligen Pflanzen.
Seit der Antike bis ins 19. Jahrhundert war es die Humoralpathologie, die dem Menschen erklärte, wie Krankheiten entstanden sind, nämlich durch eine Säftefehlmischung im Körper, die pathogene Verhältnisse von heiß, kalt, feucht und trocken hervorrufen. Medikamente hatten also einen entweder wärmenden, befeuchtenden trockenenden oder kühlenden Zustand um das außer Kontrolle geratene Gleichgewicht wieder herstellen zu können. Mit einem trockenden Arzneimittel konnte man also eine feuchte Krankheit heilen. Der Arzt der damaligen Zeit ordnete also alle Heilpflanzen einem der 4 Zuständen zu, genauso wie alle Krankheiten diesen 4 Kategorien zuzuordenen sind.
Obwohl diese völlig andere Sichtweise bestand wählte man aber schon damals die gleichen Pflanzen für Heilzwecke aus. Keines der heute gebräuchlichen Heilpflanzen fehlte.
Erst mit unserem heutigen naturwissenschaftlichem Wissen allerdings können wir benennen, welche Stoffe für die heilende Wirkung eines Heilkrautes tatsächlich verantwortlich ist.
Pflanzenwässer bestehen nicht nur aus ätherischen Ölen. Da ist noch viel mehr drin. Wussten die Menschen seit den Griechen das etwa schon, dass Destillation die Pflanzen sogar noch aufwertet,weil was Zusätzliches entsteht?


Folgende Heilkräutern wurden laut Brunschwig schon im Mittelalter bei den gleichen Beschwerden eingesetzt wie dies heute der Fall ist.
Andorn: Luftwege-Katarrh; dyspeptische Beschwerden
Melisse: Magen- Darmbeschwerden, Beruhigung
Thymian: Luftwege-Katarrh
Rosmarin: dyspeptische Beschwerden, Kreislaufbeschwerden, Rheuma
Salbei: dyspeptische Beschwerden, Entzündungen der Mund-, Rachenschleimhaut
Kamille: Entzündungen der Haut / Schleimhaut, Atemwegsreizungen
Schafgarbe: dyspeptische Beschwerden, Appetitlosigkeit
Wermut: dyspeptische Beschwerden, Appetitlosigkeit Gallenwegsdyskinesien
Fenchel: Luftwege-Katarrh dyspeptische Beschwerden
Liebstöckel: Durchspülung der Harnwege, Nierengrieß
Wachholder: Rheuma
Tausendgüldenkraut: dyspeptische Beschwerden, Apppetitlosigkeit
Enzian: dyspeptische Beschwerden, Apppetitlosigkeit
Löwenzahn: dyspeptische Beschwerden, Appetitlosigkeit
Blutwurz: Durchfall
Walnussblätter: Hautentzündungen
Schachtelhalm: Durchspühlung der Harnwege, Hautwunden
Birke: : Durchspühlung der Harnwege, Hautwunden
Spitzwegerich: entzündliche Hautveränderungen
unter Hilfe bei diversen Leiden, einem allgemeinen Krankheitsgefühl fallen

Brennessel
Johaniskraut
Tormetill,
Salbei
Rosmarin
Alant
Enzian
Veilchen
Wermut


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